Verdammt lang her…

Verdammt lang her, dass ich mein erstes Programm in BASIC geschrieben habe. Das fand damals noch auf einem XT statt, ein Rechnermodell, das heute kaum noch im Museum zu finden ist. Der Code war zeilenorientiert, wurde in einer Shell eingetippt und direkt vom allbeherrschenden Betriebssystem interpretiert. Sollte ein „Makro“ geschrieben werden (was damals durchaus noch nicht so genannt wurde), musste eine Datei umständlich angelegt werden. Dafür stand ein umständlicher Editor zur Verfügung, wer den nicht hatte, konnte den nicht etwa „downloaden“ sondern musste den über Diskette einspielen. Von der schon bald aufkommenden Virenproblematik (die sich anfangs ja noch als geradezu niedlich darstellte, gemessen an heutigen Vorstellungen) möchte ich hier gar nicht sprechen. Ansonsten: 5 ¼-Zoll, DS DD (also double-sided, double density!) das war echter Fortschritt , eine Festplatte war nicht zwingend vorgesehen..

die gute, alte Diskette (möge sie in Frieden ruhen)

Auch Batch-files wurden auf „recht bemerkenswerte Weise“ erstellt, aber immerhin, somit konnten System-Befehle in Serie ausgeführt werden, noch der Begriff „autoexec“ rührt aus dieser Zeit.

Programme werden natürlich seit längerem etwas anders erstellt, für Codierungsprobleme gibt es schon lange Foren. Ohne Internet ist ein Rechner eh halbwegs sinnfrei geworden. Die Programmierung zielt seit Jahren darauf ab, dem Anwender die Erstellung immer weiter zu erleichtern. „Intuitive“ Programmbedienung steht auf dem Lehrplan, das gilt auch für Anwendungsprogrammierung.

Insgesamt muss ich aber konstatieren, dass Programmiersprachen und Entwicklungsumgebungen noch ewig davon entfernt sind den Eindruck zu erwecken, dass Software für Menschen gemacht ist und nicht etwas umgekehrt. Wenn ich mit da beispielsweise VB bzw. VBA vor Augen führe, ist es insgesamt doch noch eine enorme Zappelei und erfordert lange und ausdauernde Erfahrung, bis ein Programm lauffähig und sicher(!) ist. „Ich schreibe mal eben ein Tool“ ist einfach noch immer nicht drin. Auch die Funktions-Sprache von Excel , die durchaus als fortgeschritten gelten darf, ist noch weit davon entfernt, als „intuitv“ bezeichnet werden zu können.

Wer schon mal eine Datenbank konstruiert und erstellt hat, weiß, dass strukturelle Überlegungen und Umsetzungen ohne SQL-Kenntnisse problematisch sind. Nun gibt es Quasi-Clone, die Funktions-Sprech mit SQL für BI-Tools verbindet und ebenfalls als Funktion(en) zur Verfügung stellen. Als Beispiel sei hier die DAX-Funktionssprache von Powerpivot genannt. Um diese Funktionen nun zielgerecht anzuwenden, muss ich mich nun nicht etwa nicht mehr in SQL und Datenbank-Theorie und -Terminologie auskennen, sondern ich muss die Funktionsweise in Parametern pressen und ausrücken. Bei Seminaren stelle ich fest, dass es nicht ganz einfach ist, das einem Excel-Anwender „beizubiegen“ und dabei nicht allzu sehr auf Datenbanktheorie auszuweichen. Und insgesamt kommt es mir so vor, als wenn ich immer noch an meinem ersten BASIC-Programm schreibe. Allzu viel hat sich im Grunde noch nicht wirklich getan in dem Versuch, Software für Menschen zu machen.